Biografie

Baldur Brönnimann ist ein sehr flexibler Dirigent mit aufgeschlossenem Ansatz zum Musizieren und einer besonderen Affinität für die komplexesten zeitgenössischen Partituren. Er teilt seine Zeit zwischen Konzertsaal und Opernhaus und sucht, wann immer möglich, nach Gelegenheiten für Bildungs- und Öffentlichkeitsinitiativen. Nach langjähriger Zusammenarbeit wurde er im Januar 2015 Chefdirigent des Orquestra Sinfónica do Porto Casa da Música, und ab September 2016 wird er beim Basel Sinfonietta die Stelle des Chefdirigenten einnehmen.

Brönnimann war jahrelang der Dirigent erster Wahl für Komponistenprojekte höchsten Niveaus und arbeitete eng mit Komponisten wie John Adams, Saariaho, Birtwistle, Chin, Adès und Orchestern wie den Oslo Philharmonic, Royal Stockholm Philharmonic, Britten Sinfonia, Philharmonia Orchestra, BBC Symphony, Copenhagen Philharmonic und Seoul Philharmonic zusammen. Auch wenn zeitgenössische Musik weiterhin eine wesentliche Rolle bei Brönnimanns Arbeit spielt, ist er heute für das Repertoire der klassischen Musik ebenso gefragt und dirigiert in der jüngsten Zeit weltweit ein hochkarätiges Repertoire mit Orchestern wie Helsinki Philharmonic, Brussels Philharmonic, Orchestre National de Bordeaux und Bergen Philharmonic.

Zu den Höhepunkten von Brönnimanns Saison 2015/16 zählen das Eröffnungskonzert der internationalen Festspiele 2016 in Bergen, bei dem er eine durch Multimedia ergänzte Aufführung von Schönbergs „Erwartung“ und „Verklärte Nacht“ dirigiert; eine Produktion von Zenders orchestraler Neubearbeitung von Schuberts „Winterreise“ – The Dark Mirror – mit Britten Sinfonia und Ian Bostridge im Barbican Centre, beide unter Regie von Netia Jones; Debüts mit dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart in einer Aufführung von Stockhausens „Gruppen“ und mit den Düsseldorfer Symphonikern als Programmpunkt des Festivals „Schönes Wochenende“. Für eine Aufführung in der Philharmonie Paris, im Orchestre Philharmonique de Strasbourg und im Klangforum Wien kehrt er auch zum Ensemble Intercontemporian zurück. Für eine Produktion von Zimmermanns „Die Soldaten“ kehrt er zur Oper und zum Teatro Colón, Argentinien, zurück und gibt sein Debüt an der norwegischen Oper, wo er die Weltpremiere von Rolf Wallins „Elysium“ dirigiert.

Zu den Höhepunkten von Brönnimanns Opernkarriere zählen La Fura dels Baus’ „Ligeti Le Grand Macabre“ an der English National Opera und dem Teatro Colón, Argentinien; John Adams‘ „The Death of Klinghoffer“ (Tom Morris) an der English National Opera; Saariahos „L’amour de loin“ an der Norwegian Opera und dem internationalen Festival in Bergen sowie Romitellis „Index of Metals“ mit Barbara Hannigan im Theater an der Wien. In Argentiniens Teatro Colón dirigierte er auch Schönbergs „Erwartung“, Szymanowskis „Hagith“ und Lachenmanns „The Little Match Girl“ mit dem Komponisten als Sprecher.

Zu den neuen Plänen als Chefdirigent des Orquestra Sinfónica do Porto Casa da Música zählen Tourneen und Projekte, die zeitgenössische und unbekannte Werke mit Standard-Repertoir auf typisch unerwartete Weise miteinander kombinieren. Ende 2015 wird Brönnimann seine Arbeit als Intendant von Norwegens führendem internationalem Ensemble für zeitgenössische Musik, BIT20, beenden. Es verbleiben noch die Weltpremiere von Anna Thorvaldsdottirs Oper „UR“ in Deutschland und die Fertigstellung einer Liget-DVD für das Label BIS. Brönnimann war von 2008-2012 Chefdirigent des National Symphony Orchestra von Kolumbien in Bogotá.

Brönnimann ist in der Schweiz geboren. Er absolvierte die Musikakademie in Basel und das Royal Northern College of Music in Manchester, wo er folglich zum Gast-Tutor ernannt wurde.

Baldur Brönnimann wird weltweit von Intermusica repräsentiert.

Saison 2015-16